Kirchenchor

Der Kirchenchor Frontenhausen

(Foto 2023)

Chronik des Kirchenchores Frontenhausen

Über den Kirchenchor Frontenhausen gibt es Jahrhunderte alte, aber leider sehr lückenhafte Aufzeichnungen. Wie lange der Chor besteht ist nicht bekannt.
Der erste Organist wird im Jahre 1613 bestellt. Leider ist sein Name nicht vermerkt.
Das älteste bekannte Notenmaterial wird „ 1882 gekauft“, wie eine Notiz verrät.
Weiter heißt es darin, „dem Kirchenchor gehörend“.
1883 wird ein „Cäcilienverein“ erwähnt. Das könnte der Kirchenchor gewesen sein, der den Namen der Hlg. Cäcilie, der Patronin der Kirchenchöre, trug.
1885 sang der Kirchenchor zur Priminz des Florian Huber, heißt es in einem anderen Vermerk.

Namentlich bekannt sind die Chorleiter: Lehrer Thun, Lehrer Bauer, Oberlehrer Richard Haas, Kapellmeister und Musiklehrer Wolfgang Grimm, Oberlehrer Voreck, Rektor Hubert Schmied, Studienrätin Ursula Schöberl und Sigfried Stübinger.

Bei Aufführungen zu großen Festen zusammen mit der Liedertafel Frontenhausen, wie zur Orgelweihe und zur 600-Jahr-Feier des Marktes dirigierte Der Bauunternehmer Franz Leiprecht die beiden Chöre.

Von der Ära der Familie Hauptlehrer Richard Haas ist bekannt, dass an den Hochfesten des Kirchenjahres folgende Orchestermessen höheren Anspruchs in der jeweils vorgeschriebenen Besetzung (Streichquintett plus obligate Bläserstimmen) aufgeführt wurden:
Mariazeller Messe von Joseph Haydn
Krönungsmesse von W.A. Mozart
Messe in G von Franz Schubert

Dabei wurden die Solopartien überwiegend von ortsansässigen Chormitgliedern bestritten. Ebenso waren Studienkollegen des Musikstudenten Werner Haas zu Gast.
Sopran: Mariele Haas, Frau König (geb. Lang), Hilde Herdes, Dingolfing, Margit Voreck
Alt: Traudl Göbl (geb. Bauer), Agnes Griesbeck
Tenor: Pepp Lang, Hans Unterholzer, Reisach
Bass: Josef Voreck, Richard Haas, Franz Leiprecht

Bedeutende a-capella-Messe:
Missa Papae Marcelli von Giovanni Pierluigi da Palestrina

Zudem wurden einige kleinere Messen aufgeführt, darunter Missa brevis von
W. A. Mozart und die C-Dur-Messe von Anton Bruckner.

Eine Schola, die von Werner Haas geleitet wurde, sang:
Gregorianischer Choral (Proprium)
Halleluja a.d. Messias von Gg.F. Händel

Um den Nachwuchs des Kirchenchores zu sichern, wurde 1960 von Kapellmeister Wolfgang Grimm der Kinderchor gegründet, der von der Lehrerin Erna Aenderl und von dem Lehrer Josef Herrn Voreck weitergeführt wurde. Der Kinderchor unterstützte den Kirchenchor gesanglich in den Donnerstagsämtern. Auch eine Kinderblaskapelle, die „Frontenhausener Buam“ gründete Herr Grimm, damals.
Der Kirchenchor kam an den Sonntagen, Feiertagen, Beerdigungen, Hochzeiten und den genannten Donnerstagsämtern zum Einsatz.
Nachdem Wolfgang Grimm 1961 die Leitung des Kirchenchores aufgegeben hatte, übernahm Josef Voreck auf Wunsch von H.H Geistlichen Rat Härtl und der Kirchenverwaltung dieses Amt. Dank der Mitwirkung von Studienrat Werner Haas konnten mit Ausnahme der Mariazeller Messe von Joseph Haydn und der Palestrina Missa Marcelli wieder größere Messen in das Programm aufgenommen werden.
Josef Voreck war dem Kirchenchor aufs engste verbunden, ob als Organist, Dirigent oder Sänger. Treuer Mitarbeiter war ihm dabei sein Freund und Vetter Hubert Schmied, Rektor der Hauptschule Frontenhausen.
Ein fester Stamm von hervorragenden Geigern stand dem Chor immer wieder bei größeren Aufführungen zur Verfügung:
Ulrich Benthien vom NDR Hamburg und Rudolf Maria Müller vom NDR Hamburg, deren Frauen in Frontenhausen beheimatet waren. Ebenso Hubert Schmied, Richard Haas, Karl Schwarzenberg, Mariele Kurmayer.
Franz Xaver Leiprecht brachte sich als hervorragender Gastdirigent und Solist in den Kirchenchor ein, so oft er gebraucht wurde.

Im Jahr 1977 verzog die Familie Voreck nach Bogen. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Rektor Hubert Schmied das Dirigentenamt und war bis Anfang 1993 im Einsatz.
Vorwiegend erstreckte sich das Repertoire des Chores in dieser Zeit auf folgende Messen:
Schubert Messe
Missa brevis in C Dur
Filkemesse in F
Griesbachermesse Stella maris
Haydn Messe
Die Waldler Messe wurde bei Hochzeiten gesungen und die Bauernmesse am Bauernjahrtag.

Weitere Dirigenten waren Oberstudienrätin Ursula Schöberl, Pfarrer Diethelm Gandyk und Siegfried Stübinger.

Ursula Schöberl war seit 1946 Mitglied im Kirchenchor bis sie 2000 verstarb. Trotz ihrer Krankheit, die sie zur Aufgabe ihres Berufes zwang, übernahm sie mit großem Eifer 1992 vorübergehend die Leitung des Chores. Es war ihr ein großes Anliegen, dass die Chorarbeit weitergeführt wird, nachdem Rektor Hubert Schmied dieses Amt nicht mehr wahrnehmen konnte. Als hervorragende Klavierspielerin und Lehrerin hatte sie die besten Vorraussetzungen dafür. Auch mit dem, von ihr gegründeten Kinder- und Jugendchor wurde das Pfarrei- und Gemeindeleben sehr bereichert. Ihr Sohn, Beppo Schöberl begleitete den Chor oft meisterhaft auf der Orgel.

Als Frau Schöberl immer mehr gesundheitliche Probleme bekam, übernahm Herr Pfarrer Diethelm Gandyk vorübergehend die Probenarbeit des Chores und der langjährige Sänger und Organist Siegfried Stübinger dirigierte während der Aufführungen. In dieser Zeit wurde zusätzlich zu dem bestehenden Repertoire auch die St. Georgsmesse gesungen, die Pfarrer Gandyk selbst komponiert hatte.
Bald übertrug Pfarrer Gandyk die Leitung Siegfried Stübinger ganz, bis er 2002 aus beruflichen Gründen nach München verzog. Zur Freude der Pfarrangehörigen übernimmt er auch jetzt noch manchmal den Organistendienst, wenn er in Frontenhausen zu Gast ist.

Was wäre ein Kirchenchor ohne seine langjährigen fleißigen Sänger, die sich mit Leib und Seele in den Chor einbringen. Viele Mitglieder sind dem Chor seit vielen Jahrzehnten treu. Die Pfarrei kann immer wieder viele Mitglieder für ihre lange Chortätigkeit ehren.
Die Frontenhausener Sänger mussten früher ein großes Arbeitspensum bewältigen, da an jedem Sonn- und Feiertag gesungen wurde. Dazu kamen noch Auftritte in den örtlichen Alten- bzw. Pflegeheimen um die Kranken zu erfreuen.

Zur Zeit gestaltet der Chor hauptsächlich Beerdigungen feierlich mit.

 

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